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Projektsteuerung im Wandel der Zeit: Von traditionellen Methoden bis zu zukunftsweisenden Ansätzen

  • kiusansan
  • 26. Sept. 2023
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 1. Juli 2025

Einleitung

Die Anforderungen an Bauprojekte steigen stetig: Kürzere Bauzeiten, komplexere Planungsprozesse, mehr Beteiligte und wachsende rechtliche Rahmenbedingungen erfordern heute ein Höchstmaß an Professionalität und Koordination. Die Projektsteuerung hat sich dabei zu einem der zentralen Erfolgsfaktoren entwickelt. Doch wie hat sie sich über die Jahrzehnte verändert? Welche klassischen Methoden prägen die Praxis noch immer – und welche zukunftsweisenden Ansätze stehen heute im Fokus?

In diesem Beitrag betrachten wir die Entwicklung der Projektsteuerung von ihren Anfängen bis zur digitalen Transformation und geben einen Ausblick, welche Trends Bauherren, Planer und Projektsteuerer in Zukunft kennen sollten.



Die Ursprünge der Projektsteuerung

Die Wurzeln der modernen Projektsteuerung liegen im industriellen Großprojektmanagement der 1950er- und 1960er-Jahre. Besonders im Bauwesen stieg damals der Bedarf an strukturierten Abläufen und klarer Verantwortungsverteilung. In Deutschland begann die systematische Projektsteuerung in den 1970er-Jahren Fahrt aufzunehmen, unter anderem durch die Arbeit der AHO-Fachkommission Projektsteuerung, die bis heute den Leistungsrahmen definiert.


Die ersten Methoden orientierten sich stark an klassischen Planungs- und Kontrollinstrumenten wie:


  • Balkendiagrammen (Gantt-Charts)

  • Meilensteinplanung

  • Kostenschätzungen und Budgetrahmen

  • Berichtswesen und Protokollführung


Diese Grundlagen prägen die Praxis noch heute und bilden die Basis jeder erfolgreichen Projektsteuerung.


Traditionelle Methoden der Projektsteuerung

Über Jahrzehnte hinweg galt die klassische Projektsteuerung als Standard, geprägt durch:

  • Lineare Abläufe: Phasenweise Planung, Ausschreibung, Vergabe, Bauausführung.

  • Feste Leistungsbilder: Die AHO-Heft Nr. 9 definiert die klassischen fünf Handlungsbereiche: Organisation, Qualitäten und Quantitäten, Kosten und Finanzierung, Termine und Kapazitäten, Verträge und Versicherungen.

  • Starke Dokumentation: Schriftliche Nachweise, umfangreiche Sitzungsprotokolle und Aktenordner bestimmten das Bild.

Diese Vorgehensweise bot Sicherheit und Nachvollziehbarkeit – doch mit steigender Projektkomplexität stieß sie zunehmend an Grenzen.


Meilensteine des Wandels

Ab den 1990er-Jahren führte die Digitalisierung erste Veränderungen ein:

  1. Einzug der EDVSoftwarelösungen wie MS Project, Primavera oder Asta Powerproject ermöglichten digitale Terminpläne und Kostenkontrollen.

  2. CAD und BIMDie Einführung von CAD-Programmen und später Building Information Modeling (BIM) veränderte Planungsprozesse grundlegend. BIM bietet nicht nur 3D-Modelle, sondern verknüpft Kosten- und Termininformationen direkt mit dem digitalen Zwilling.

  3. Lean ConstructionInspiriert von der Automobilindustrie etablierte sich Lean Management auch im Bauwesen. Ziel: Verschwendung vermeiden, Prozesse straffen, Schnittstellen optimieren.

  4. Integrierte Projektabwicklung (IPA)Die klassische Trennung zwischen Planung und Ausführung wird zunehmend hinterfragt. Partnerschaftliche Modelle, Allianzen und frühe Einbindung der Ausführung minimieren Schnittstellenkonflikte.


Zukunftsweisende Ansätze der Projektsteuerung

Die aktuellen Trends zeigen klar: Projektsteuerung entwickelt sich vom reinen Kontrollorgan hin zu einem agilen, digitalen und kollaborativen Steuerungspartner. Wichtige Entwicklungen sind:

1. Digitalisierung und KI

  • BIM 5D bis 7D: Neben Geometrie (3D) und Zeit (4D) werden auch Kosten (5D), Nachhaltigkeit (6D) und Facility Management (7D) digital abgebildet.

  • Datengetriebene Prognosen: KI-gestützte Analysen erkennen Risiken früher und ermöglichen präzisere Forecasts.

  • Digitale Kollaboration: Cloud-Plattformen ersetzen Papier und E-Mail. Tools wie CDEs (Common Data Environments) verbessern die Zusammenarbeit.

2. Agilität und hybride Modelle

Agile Methoden aus der IT finden Einzug ins Bauwesen:

  • Scrum-Elemente: Iterative Planung und kurze Abstimmungszyklen.

  • Kanban-Boards: Visualisierung offener Aufgaben.

  • Hybride Steuerung: Kombination klassischer Phasenmodelle mit agilen Arbeitsweisen.

3. Nachhaltigkeit als Steuerungsziel

Ökologische Kriterien werden integraler Bestandteil der Projektziele:

  • CO₂-Bilanzierung

  • Kreislaufwirtschaft

  • Nachhaltigkeitszertifikate

Projektsteuerer entwickeln sich zu Treibern für nachhaltige Bauvorhaben.

4. Neue Rollen und Kompetenzen

Der Projektsteuerer wird mehr denn je:

  • Moderator komplexer Stakeholder-Interessen

  • Digitalisierer, der Tools sinnvoll integriert

  • Change Manager, der Teams durch den Wandel führt


Wissenschaftlich belegt: Mehrwert moderner Projektsteuerung

Studien belegen: Projekte mit digital unterstützter Projektsteuerung sind bis zu 30 % effizienter, was Kosten und Zeit betrifft (Quelle: Fraunhofer IAO, TU München).

Auch das Lean Construction Institute (LCI) Deutschland zeigt in Fallstudien, dass Projekte mit Lean-Prinzipien durchschnittlich 15–20 % schneller abgeschlossen werden – bei höherer Qualität und Kundenzufriedenheit.


Fazit: Tradition trifft Zukunft

Projektsteuerung bleibt ein unverzichtbarer Erfolgsfaktor – doch ihr Rollenbild wandelt sich radikal. Wer heute wettbewerbsfähig bleiben will, muss traditionelle Methoden mit digitalen Tools, agilen Denkweisen und Nachhaltigkeitsaspekten kombinieren.

Bauherren, Investoren und Planer sollten daher auf Projektsteuerer setzen, die nicht nur Abläufe dokumentieren, sondern aktiv gestalten, Digitalisierung vorantreiben und Innovationen fördern.

 
 
 

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