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Nachhaltiges Bauen: Der transformative Einfluss der Projektsteuerung

  • kiusansan
  • 26. Sept. 2023
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 1. Juli 2025

Einleitung

Der Bau- und Gebäudesektor gehört weltweit zu den größten Verursachern von CO₂-Emissionen. Laut der International Energy Agency (IEA) entfallen rund 40 % des globalen Energieverbrauchs und etwa 36 % der energiebedingten CO₂-Emissionen auf Gebäude und Bauprojekte. Angesichts dieser Zahlen ist klar: Nachhaltigkeit im Bauwesen ist kein Trend, sondern eine Notwendigkeit.


Doch während technologische Innovationen, neue Materialien und energieeffiziente Bauweisen stark im Fokus stehen, wird eine entscheidende Komponente oft unterschätzt: Die Projektsteuerung. Denn eine durchdachte, nachhaltigkeitsorientierte Projektsteuerung ist der Hebel, der Visionen in messbare Ergebnisse verwandelt.


In diesem Beitrag erfährst du, wie Projektsteuerung als Transformationskraft wirkt, welche wissenschaftlichen Erkenntnisse das belegen – und wie Bauherren und Investoren davon profitieren.


Nachhaltiges Bauen: Mehr als nur „grün“

Nachhaltiges Bauen umfasst drei zentrale Dimensionen:

  1. Ökologie (Ressourcenschonung, CO₂-Reduktion, Energieeffizienz)

  2. Ökonomie (Lebenszykluskosten, Wertstabilität)

  3. Soziales (Nutzerkomfort, Gesundheit, gesellschaftlicher Nutzen)

Diese Aspekte greifen ineinander und müssen von Beginn an ganzheitlich gedacht werden. Genau hier setzt die Projektsteuerung an: Sie koordiniert, priorisiert und verknüpft ökologische Ziele mit wirtschaftlicher Machbarkeit und sozialen Anforderungen.


Klassische Projektsteuerung vs. nachhaltige Projektsteuerung

Traditionell konzentriert sich die Projektsteuerung auf Kosten, Termine, Qualität und Organisation. Nachhaltiges Bauen verlangt jedoch ein erweitertes Verständnis:


  • Lebenszyklus statt Baukosten: Nicht nur die Errichtungskosten, sondern auch Betrieb, Instandhaltung und Rückbau werden betrachtet.

  • Frühzeitige Integration von Nachhaltigkeitszielen: Ökologische Standards und Zertifizierungen (z. B. DGNB, LEED, BREEAM) müssen von der ersten Planungsphase an berücksichtigt werden.

  • Stakeholder-Management: Vielfältige Interessen (Nutzer, Betreiber, Kommunen) müssen koordiniert werden.

  • Transparenz: Nachhaltige Projektsteuerung stellt sicher, dass ökologische Kennzahlen nachvollziehbar dokumentiert und geprüft werden.


Wie Projektsteuerung Nachhaltigkeit messbar macht

Eine nachhaltige Projektsteuerung nutzt bewährte Instrumente – erweitert diese aber um neue Bausteine:


1. Ökobilanzierung und CO₂-Budgets

Projektsteuerer steuern nicht nur Budgets in Euro, sondern auch CO₂-Budgets. Mithilfe von Ökobilanzen (LCA – Life Cycle Assessment) werden Emissionen über den gesamten Lebenszyklus berechnet.

Beispiel: Die DGNB fordert die Lebenszyklusbetrachtung als Kriterium für ihre Zertifizierung. Projektsteuerer stellen sicher, dass diese Anforderung frühzeitig in Planung und Ausschreibung einfließt.

2. Nachhaltige Vergabestrategien

Durch die Projektsteuerung werden nachhaltige Kriterien in Leistungsverzeichnisse integriert:

  • Recyclingfähige Materialien

  • Regionale Lieferketten

  • Anreize für CO₂-arme Bauprozesse

3. Terminplanung mit Blick auf Ressourcenschonung

Ein gut abgestimmter Bauablauf vermeidet Materialverschwendung und Mehrfahrten. Lean Construction-Ansätze spielen hier eine Schlüsselrolle.

4. Dokumentation und Monitoring

Transparente Nachhaltigkeitsberichte und digitale Tools (BIM, CDEs) ermöglichen es, ökologische Kennzahlen lückenlos zu erfassen und nachzuweisen.


Wissenschaftlich belegt: Nachhaltige Steuerung rechnet sich

Mehrkosten für nachhaltiges Bauen sind oft ein Argument gegen grüne Projekte. Doch Studien, u. a. der TU München und der Fraunhofer Gesellschaft, zeigen:

  • Nachhaltige Gebäude amortisieren Mehrkosten innerhalb weniger Jahre durch Einsparungen bei Betrieb und Energie.

  • Lebenszykluskosten sinken im Schnitt um 15–20 % gegenüber konventionellen Gebäuden.

  • Projekte mit zertifizierter nachhaltiger Projektsteuerung weisen signifikant geringere Nachträge und Streitigkeiten auf.

Eine Studie des World Green Building Council belegt zudem: Nachhaltige Gebäude steigern nicht nur den Immobilienwert, sondern auch die Produktivität der Nutzer.


Praxisbeispiel: Nachhaltige Projektsteuerung in Aktion

Ein Beispiel ist die Sanierung eines Bürogebäudes in Frankfurt nach DGNB Gold Standard. Der Projektsteuerer integrierte:

  • CO₂-Kennzahlen in alle Leistungsphasen

  • Lean-Ansätze zur Vermeidung von Abfall und Nacharbeiten

  • Nachhaltige Baustoffauswahl mit regionalen ZulieferernErgebnis: 25 % niedrigere Betriebskosten, Erhöhung der Gebäudequalität und eine deutliche Imageaufwertung für den Bauherrn.


Zukunft: Projektsteuerer als Treiber der Klimaziele

Die Rolle der Projektsteuerung wird weiter wachsen. Künftig wird der Projektsteuerer:

  • Klimaschutzmanager: Steuerung der Einhaltung von Klimazielen auf Projektebene.

  • Moderator der Nachhaltigkeitskommunikation: Bindeglied zwischen Bauherr, Planung, Behörden und Öffentlichkeit.

  • Innovationsförderer: Integration neuer Technologien wie CO₂-speichernde Materialien oder Kreislaufwirtschaftskonzepte.


Fazit: Nachhaltige Projektsteuerung ist kein Luxus – sondern Pflicht

Ohne eine vorausschauende Projektsteuerung bleiben Nachhaltigkeitsziele oft Wunschdenken. Sie ist der zentrale Hebel, um ökologische, ökonomische und soziale Anforderungen zusammenzuführen und am Ende messbare Ergebnisse zu erzielen.

Für Bauherren, Investoren und öffentliche Auftraggeber gilt: Wer nachhaltig bauen will, muss nachhaltig steuern

 
 
 

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