Vor einer Beauftragung brauchen Sie Klarheit über das Honorar und die dafür vorgesehenen Leistungen.
Im Folgenden finden Sie die Vergütungsmodelle, konkrete Honorarbeispiele und Fragen für den Angebotsvergleich.
Grundlage der Honorarberechnung: AHO Heft 9
AHO Heft 9 (6. Auflage, Stand Mai 2025) definiert nicht nur das Leistungsbild der Projektsteuerung, sondern enthält auch eine Honorartafel. Sie weist für anrechenbare Kosten von 15 bis 250 Mio. € je Projektklasse einen Tafelwert für die Grundleistungen aller fünf Projektstufen aus. Die früheren Von-bis-Spannen sind mit der 6. Auflage entfallen; neu sind Orientierungswerte zur Projektlaufzeit.
Das Grundprinzip: Je höher die Baukosten, desto höher das absolute Honorar, aber desto geringer ist der prozentuale Anteil der Projektsteuerung an den Gesamtkosten. Große Projekte profitieren also von einer Art Mengenstaffelung.
Die drei Vergütungsmodelle im Überblick
Das Honorar ist frei vereinbar. AHO Heft 9 beschreibt drei Wege, die je nach Projekttyp und Risikoverteilung sinnvoll sind:
1. Pauschalhonorar nach anrechenbaren Kosten (Honorartafel)
Das Modell der Honorartafel: Das Honorar ergibt sich aus den anrechenbaren Kosten und der Projektklasse. Verweisen die Parteien auf Heft 9 und regeln nichts anderes, gilt es für Projekte der Klassen II bis IV als vereinbart. Vorteil: automatische Anpassung bei Kostenänderungen. Nachteil: Der Projektsteuerer hat strukturell kein Interesse daran, die Baukosten zu senken, denn das würde sein Honorar reduzieren.
Die Tafelwerte liegen zwischen 15 und 250 Mio. € anrechenbaren Kosten je nach Projektklasse bei rund 1,3 % bis 3,8 %, für die Grundleistungen aller fünf Projektstufen.
2. Pauschalhonorar auf Basis des geschätzten Aufwands
Ein fest vereinbarter Betrag für klar definierte Leistungen. Das ist für Bauherren das transparenteste Modell: man weiß von Anfang an, was man zahlt. Gute Projektsteuerer können ein Pauschalhonorar fair kalkulieren, wenn der Leistungsumfang klar definiert ist. Leistungsänderungen müssen dann zusätzlich vereinbart werden. Heft 9 rät dazu, diese Form erst zu wählen, wenn die Rahmenbedingungen für eine verlässliche Kapazitätsplanung klar genug sind.
3. Abrechnung nach Zeitaufwand
Abrechnung nach tatsächlich aufgewendeten Stunden. Sinnvoll bei schwer abgrenzbaren Leistungen, bei projektbegleitender Beratung oder wenn nur Teilleistungen benötigt werden. Heft 9 nennt dafür Verrechnungssätze (Kostenbasis 1. Quartal 2025, netto, ohne projektspezifische Nebenkosten). Regeln die Parteien nichts anderes, gelten die Mittelwerte:
| Funktion | Monatssatz | Tagessatz |
|---|---|---|
| Projektleiter/in | 18.000–23.000 € | 1.000–1.300 € |
| Projektbearbeiter/in (Senior) | 15.000–18.000 € | 800–1.000 € |
| Projektbearbeiter/in (Junior) | 13.000–15.000 € | 700–800 € |
| Projektassistenz | 9.000–11.000 € | 500–600 € |
Quelle: AHO Heft 9, 6. Auflage (Stand Mai 2025), § 5.
Meine Empfehlung: Für den Regelfall empfehle ich ein Pauschalhonorar auf Basis einer transparenten Stundenplanung. So haben Sie als Bauherr Kostensicherheit, und ich kann meinen Einsatz fair kalkulieren. Änderungen des Leistungsumfangs werden separat bewertet.
Projektklassen: Was beeinflusst die Höhe?
Bis zur 5. Auflage staffelte Heft 9 das Honorar nach Honorarzonen. Die 6. Auflage ersetzt sie durch fünf Projektklassen, die an der Komplexität der Projektrealisierung anknüpfen. Bewertet werden sechs Bereiche mit jeweils 1 bis 5 Punkten; der Durchschnitt ergibt die Klasse:
- Auftraggeberorganisation: Ressourcen, Ebenen und Entscheidungswege auf Bauherrenseite
- Projektstruktur: Teilprojekte und Schnittstellen in Planung und Ausführung
- Stakeholderumfeld: Anzahl der Beteiligten, Konfliktpotenzial, erwartbare Veränderungen
- Qualitätsziele: Eindeutigkeit, Neuartigkeit und Veränderlichkeit der Ziele
- Kostenziele: Reserven, Kostenrisiken und Anforderungen an die Kostensteuerung
- Terminziele: Zeitreserven, Überschneidungen von Planung und Ausführung, Terminrisiken
| Projektklasse | Honorierung |
|---|---|
| I | Nach Zeitaufwand |
| II, III, IV | Pauschalhonorar nach Honorartafel |
| V | Nach Zeitaufwand |
Die Bewertung soll der Anbieter vornehmen und begründen; der Auftraggeber prüft sie bei der Angebotswertung. Für Objekte im Bestand kommt ein Zuschlag hinzu, der ohne abweichende Vereinbarung 20 % beträgt, wenn das Projekt mindestens durchschnittlich schwierig ist.
Konkrete Honorarbeispiele
Zur Orientierung einige Tafelwerte für die Grundleistungen aller fünf Projektstufen, netto:
| Anrechenbare Kosten | Klasse II | Klasse III | Klasse IV |
|---|---|---|---|
| 15 Mio. € | 404.699 € (2,7 %) | 495.189 € (3,3 %) | 571.278 € (3,8 %) |
| 50 Mio. € | 845.033 € (1,7 %) | 1.023.747 € (2,0 %) | 1.174.945 € (2,3 %) |
| 100 Mio. € | 1.511.470 € (1,5 %) | 1.833.663 € (1,8 %) | 2.106.969 € (2,1 %) |
| 250 Mio. € | 3.234.710 € (1,3 %) | 3.929.324 € (1,6 %) | 4.519.980 € (1,8 %) |
Quelle: AHO Heft 9, 6. Auflage (Stand Mai 2025), Honorartafel zu § 6. Zwischenwerte werden linear interpoliert.
Ein Beispiel: Bei 30 Mio. € anrechenbaren Kosten in Projektklasse III weist die Tafel 773.835 € netto aus, rund 2,6 %. Die Tafelwerte unterstellen eine mittlere Projektlaufzeit; dauert ein Projekt deutlich länger, ist eine Anpassung zu prüfen. Die abgedruckte Tafel beginnt bei 15 Mio. €; bei kleineren Volumina bietet sich die Ermittlung nach Zeitaufwand an.
Was ist mit der HOAI? Der Unterschied im Überblick
Projektsteuerungsleistungen nach AHO Heft 9 sind nicht in der HOAI geregelt. Die HOAI erfasst die Leistungen von Architekten und Ingenieuren (Planung, Bauleitung, Objektüberwachung). Projektsteuerung ist eine davon unabhängige Leistung.
Das bedeutet: Das Honorar für Projektsteuerung ist (anders als HOAI-Honorare bis zur Novelle 2021) frei verhandelbar. AHO Heft 9 gibt dabei einen Orientierungsrahmen, aber keine verbindliche Mindestvergütung. Das ist ein Vorteil für den Markt, erfordert aber auf Bauherrenseite die Fähigkeit, Angebote inhaltlich zu vergleichen.
Besondere Leistungen: Was kostet Extra?
AHO Heft 9 unterscheidet zwischen Grundleistungen (im Standardhonorar enthalten) und Besonderen Leistungen, die zusätzlich zu vergüten sind. Beispiele für Besondere Leistungen und ihre typische Honorierungsform:
| Besondere Leistung | Typische Vergütung |
|---|---|
| BIM-Management / BIM-Koordination | Nach Aufwand oder pauschal |
| Lean Construction / Last Planner System | Stundenhonorar oder Pauschal |
| Earned Value Management | Monatlicher Pauschalbetrag |
| Claim-Dokumentation / Klagevorbereitung | Stundenhonorar |
| Due-Diligence-Begleitung | Stundenhonorar oder Pauschal |
| Projektreviews und Audits | Nach Zeitaufwand |
Was bestimmt den Preis wirklich? Die fünf wichtigsten Faktoren
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1Projektgröße (anrechenbare Kosten)Der wichtigste Faktor. Direkte Basis für die AHO-Honorartafel. Größere Projekte haben absolut höhere, prozentual aber niedrigere Honorare.
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2Projektkomplexität (Projektklasse)Je mehr Schnittstellen, Beteiligte und Risiken, desto höher die Projektklasse und damit das Honorar.
-
3Leistungsumfang (Projektstufen und Handlungsbereiche)Wer nicht alle Projektstufen oder nicht alle fünf Handlungsbereiche beauftragt, zahlt weniger, aber nicht proportional: Heft 9 sieht für den Mehraufwand bei Teilbeauftragungen einen Ausgleich vor.
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4Qualifikation und Erfahrung des ProjektsteuerungsbürosEin erfahrener Projektsteuerer mit 15 Jahren Infrastrukturpraxis kostet mehr als ein Berufseinsteiger. Diese Differenz ist meist gut investiertes Geld.
-
5Region und MarktsituationIn Ballungsräumen mit hoher Nachfrage und hohem Kostenniveau (München, Frankfurt, Hamburg) sind Honorare höher als im ländlichen Raum.
Warum günstiger Projektsteuerer teurer wird
Es klingt wie eine Binsenweisheit, ist aber in der Praxis oft unterschätzt: Ein Projektsteuerer, der 20 % weniger Honorar verlangt, aber 30 % weniger Nachträge abwehrt, kostet Sie am Ende deutlich mehr.
Der Wert professioneller Projektsteuerung bemisst sich am vermiedenen Schaden: abgewehrte Nachträge, gehaltene Termine, Entscheidungen zur richtigen Zeit. Dafür sorgen strukturierte Controlling-Methoden von Projektbeginn an.
vereinbar, AHO gilt
bei Bezugnahme
genannten Honorare
zusätzlich
Wie Sie Angebote sinnvoll vergleichen
Wenn Sie mehrere Angebote von Projektsteuerern einholen, vergleichen Sie nicht nur den Preis, sondern prüfen Sie:
- Was ist konkret enthalten? Welche Projektstufen, welche Handlungsbereiche, wie viele Stunden pro Projektstufe sind kalkuliert?
- Welche Besonderen Leistungen sind explizit ausgeschlossen? Günstige Angebote enthalten oft weniger, und berechnen Mehrleistungen dann teuer separat.
- Wie ist die Änderungsregelung? Was passiert bei Projektverlängerungen, Leistungsänderungen, Kostensteigerungen?
- Wer führt die Leistung tatsächlich aus? Großes Büro, aber der Senior-Projektsteuerer ist nur Akquisition, die Arbeit macht ein Junior?
- Welche Referenzen? Vergleichbare Projekte in Größe und Branche, lassen Sie sich konkrete Beispiele und die eigene Rolle darin nennen, statt sich auf Broschüren zu verlassen.
Was ich konkret für mein Honorar biete
Als unabhängiger Projektsteuerer mit Schwerpunkt Bahninfrastruktur, Hochbau und IT-Projekte biete ich:
- Vollständige Projektsteuerung nach AHO Heft 9 mit strukturiertem Controlling
- Transparentes Berichtswesen, monatliche PS-Berichte, die wirklich entscheidungsrelevant sind
- Proaktives Nachtragsmanagement ab Baubeginn, Claim-Log, Prüfung, Verhandlung
- Direkte Kommunikation, keine Agentur, kein Account-Manager dazwischen
- BIM- und Lean-Construction-Kompetenz für Projekte, die moderne Methoden benötigen
- Modulare Beauftragung möglich, nur Bauphase, nur Vergabephase oder Vollbegleitung
Fazit: Honorar als Investition, nicht als Kostenfaktor
Vergleichen Sie das Honorar zusammen mit dem Leistungsumfang und der vorgesehenen Besetzung. Ein günstiger Preis allein zeigt nicht, welche Aufgaben tatsächlich übernommen werden.
Die Frage ist nicht: „Kann ich mir einen Projektsteuerer leisten?" Die Frage ist: „Kann ich mir leisten, keinen zu haben?"
Honoraranfrage für Ihr konkretes Projekt
Teilen Sie mir Ihre Projekteckdaten mit, und ich erstelle Ihnen ein transparentes, nachvollziehbares Honorarangebot. Kein Standardformular, sondern eine individuelle Leistungsbeschreibung.
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