Honorar & Kosten Oktober 2025 · aktualisiert Oktober 2026 ca. 9 Min. Lesezeit

Was kostet Projektsteuerung
nach AHO? Honorar, Stundensätze
& Kalkulation

Dieser Artikel erläutert die Honorarberechnung nach AHO Heft 9, die Einflussfaktoren und den Vergleich von Angeboten.

Vor einer Beauftragung brauchen Sie Klarheit über das Honorar und die dafür vorgesehenen Leistungen.

Im Folgenden finden Sie die Vergütungsmodelle, konkrete Honorarbeispiele und Fragen für den Angebotsvergleich.

Grundlage der Honorarberechnung: AHO Heft 9

AHO Heft 9 (6. Auflage, Stand Mai 2025) definiert nicht nur das Leistungsbild der Projektsteuerung, sondern enthält auch eine Honorartafel. Sie weist für anrechenbare Kosten von 15 bis 250 Mio. € je Projektklasse einen Tafelwert für die Grundleistungen aller fünf Projektstufen aus. Die früheren Von-bis-Spannen sind mit der 6. Auflage entfallen; neu sind Orientierungswerte zur Projektlaufzeit.

Das Grundprinzip: Je höher die Baukosten, desto höher das absolute Honorar, aber desto geringer ist der prozentuale Anteil der Projektsteuerung an den Gesamtkosten. Große Projekte profitieren also von einer Art Mengenstaffelung.

Die drei Vergütungsmodelle im Überblick

Das Honorar ist frei vereinbar. AHO Heft 9 beschreibt drei Wege, die je nach Projekttyp und Risikoverteilung sinnvoll sind:

1. Pauschalhonorar nach anrechenbaren Kosten (Honorartafel)

Das Modell der Honorartafel: Das Honorar ergibt sich aus den anrechenbaren Kosten und der Projektklasse. Verweisen die Parteien auf Heft 9 und regeln nichts anderes, gilt es für Projekte der Klassen II bis IV als vereinbart. Vorteil: automatische Anpassung bei Kostenänderungen. Nachteil: Der Projektsteuerer hat strukturell kein Interesse daran, die Baukosten zu senken, denn das würde sein Honorar reduzieren.

Die Tafelwerte liegen zwischen 15 und 250 Mio. € anrechenbaren Kosten je nach Projektklasse bei rund 1,3 % bis 3,8 %, für die Grundleistungen aller fünf Projektstufen.

2. Pauschalhonorar auf Basis des geschätzten Aufwands

Ein fest vereinbarter Betrag für klar definierte Leistungen. Das ist für Bauherren das transparenteste Modell: man weiß von Anfang an, was man zahlt. Gute Projektsteuerer können ein Pauschalhonorar fair kalkulieren, wenn der Leistungsumfang klar definiert ist. Leistungsänderungen müssen dann zusätzlich vereinbart werden. Heft 9 rät dazu, diese Form erst zu wählen, wenn die Rahmenbedingungen für eine verlässliche Kapazitätsplanung klar genug sind.

3. Abrechnung nach Zeitaufwand

Abrechnung nach tatsächlich aufgewendeten Stunden. Sinnvoll bei schwer abgrenzbaren Leistungen, bei projektbegleitender Beratung oder wenn nur Teilleistungen benötigt werden. Heft 9 nennt dafür Verrechnungssätze (Kostenbasis 1. Quartal 2025, netto, ohne projektspezifische Nebenkosten). Regeln die Parteien nichts anderes, gelten die Mittelwerte:

FunktionMonatssatzTagessatz
Projektleiter/in18.000–23.000 €1.000–1.300 €
Projektbearbeiter/in (Senior)15.000–18.000 €800–1.000 €
Projektbearbeiter/in (Junior)13.000–15.000 €700–800 €
Projektassistenz9.000–11.000 €500–600 €

Quelle: AHO Heft 9, 6. Auflage (Stand Mai 2025), § 5.

Meine Empfehlung: Für den Regelfall empfehle ich ein Pauschalhonorar auf Basis einer transparenten Stundenplanung. So haben Sie als Bauherr Kostensicherheit, und ich kann meinen Einsatz fair kalkulieren. Änderungen des Leistungsumfangs werden separat bewertet.

Projektklassen: Was beeinflusst die Höhe?

Bis zur 5. Auflage staffelte Heft 9 das Honorar nach Honorarzonen. Die 6. Auflage ersetzt sie durch fünf Projektklassen, die an der Komplexität der Projektrealisierung anknüpfen. Bewertet werden sechs Bereiche mit jeweils 1 bis 5 Punkten; der Durchschnitt ergibt die Klasse:

ProjektklasseHonorierung
INach Zeitaufwand
II, III, IVPauschalhonorar nach Honorartafel
VNach Zeitaufwand

Die Bewertung soll der Anbieter vornehmen und begründen; der Auftraggeber prüft sie bei der Angebotswertung. Für Objekte im Bestand kommt ein Zuschlag hinzu, der ohne abweichende Vereinbarung 20 % beträgt, wenn das Projekt mindestens durchschnittlich schwierig ist.

Konkrete Honorarbeispiele

Zur Orientierung einige Tafelwerte für die Grundleistungen aller fünf Projektstufen, netto:

Anrechenbare KostenKlasse IIKlasse IIIKlasse IV
15 Mio. €404.699 € (2,7 %)495.189 € (3,3 %)571.278 € (3,8 %)
50 Mio. €845.033 € (1,7 %)1.023.747 € (2,0 %)1.174.945 € (2,3 %)
100 Mio. €1.511.470 € (1,5 %)1.833.663 € (1,8 %)2.106.969 € (2,1 %)
250 Mio. €3.234.710 € (1,3 %)3.929.324 € (1,6 %)4.519.980 € (1,8 %)

Quelle: AHO Heft 9, 6. Auflage (Stand Mai 2025), Honorartafel zu § 6. Zwischenwerte werden linear interpoliert.

Ein Beispiel: Bei 30 Mio. € anrechenbaren Kosten in Projektklasse III weist die Tafel 773.835 € netto aus, rund 2,6 %. Die Tafelwerte unterstellen eine mittlere Projektlaufzeit; dauert ein Projekt deutlich länger, ist eine Anpassung zu prüfen. Die abgedruckte Tafel beginnt bei 15 Mio. €; bei kleineren Volumina bietet sich die Ermittlung nach Zeitaufwand an.

Was ist mit der HOAI? Der Unterschied im Überblick

Projektsteuerungsleistungen nach AHO Heft 9 sind nicht in der HOAI geregelt. Die HOAI erfasst die Leistungen von Architekten und Ingenieuren (Planung, Bauleitung, Objektüberwachung). Projektsteuerung ist eine davon unabhängige Leistung.

Das bedeutet: Das Honorar für Projektsteuerung ist (anders als HOAI-Honorare bis zur Novelle 2021) frei verhandelbar. AHO Heft 9 gibt dabei einen Orientierungsrahmen, aber keine verbindliche Mindestvergütung. Das ist ein Vorteil für den Markt, erfordert aber auf Bauherrenseite die Fähigkeit, Angebote inhaltlich zu vergleichen.

Besondere Leistungen: Was kostet Extra?

AHO Heft 9 unterscheidet zwischen Grundleistungen (im Standardhonorar enthalten) und Besonderen Leistungen, die zusätzlich zu vergüten sind. Beispiele für Besondere Leistungen und ihre typische Honorierungsform:

Besondere LeistungTypische Vergütung
BIM-Management / BIM-KoordinationNach Aufwand oder pauschal
Lean Construction / Last Planner SystemStundenhonorar oder Pauschal
Earned Value ManagementMonatlicher Pauschalbetrag
Claim-Dokumentation / KlagevorbereitungStundenhonorar
Due-Diligence-BegleitungStundenhonorar oder Pauschal
Projektreviews und AuditsNach Zeitaufwand

Was bestimmt den Preis wirklich? Die fünf wichtigsten Faktoren

Warum günstiger Projektsteuerer teurer wird

Es klingt wie eine Binsenweisheit, ist aber in der Praxis oft unterschätzt: Ein Projektsteuerer, der 20 % weniger Honorar verlangt, aber 30 % weniger Nachträge abwehrt, kostet Sie am Ende deutlich mehr.

Der Wert professioneller Projektsteuerung bemisst sich am vermiedenen Schaden: abgewehrte Nachträge, gehaltene Termine, Entscheidungen zur richtigen Zeit. Dafür sorgen strukturierte Controlling-Methoden von Projektbeginn an.

frei
Honorar ist frei
vereinbar, AHO gilt
bei Bezugnahme
+19%
MwSt. auf alle
genannten Honorare
zusätzlich

Wie Sie Angebote sinnvoll vergleichen

Wenn Sie mehrere Angebote von Projektsteuerern einholen, vergleichen Sie nicht nur den Preis, sondern prüfen Sie:

Was ich konkret für mein Honorar biete

Als unabhängiger Projektsteuerer mit Schwerpunkt Bahninfrastruktur, Hochbau und IT-Projekte biete ich:

Fazit: Honorar als Investition, nicht als Kostenfaktor

Vergleichen Sie das Honorar zusammen mit dem Leistungsumfang und der vorgesehenen Besetzung. Ein günstiger Preis allein zeigt nicht, welche Aufgaben tatsächlich übernommen werden.

Die Frage ist nicht: „Kann ich mir einen Projektsteuerer leisten?" Die Frage ist: „Kann ich mir leisten, keinen zu haben?"

Honoraranfrage für Ihr konkretes Projekt

Teilen Sie mir Ihre Projekteckdaten mit, und ich erstelle Ihnen ein transparentes, nachvollziehbares Honorarangebot. Kein Standardformular, sondern eine individuelle Leistungsbeschreibung.

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